Ist Zirbenschnaps gesund?
Die Zirbe gehört zu den bekanntesten Symbolen der Alpen. Ihr charakteristischer Duft, das robuste Holz und die aromatischen Zapfen werden seit Jahrhunderten geschätzt. Kein Wunder also, dass sich rund um die Zirbe zahlreiche Überlieferungen entwickelt haben. Dazu gehört auch die Annahme, dass ein Glas Zirbenschnaps nicht nur gut schmeckt, sondern sogar gesund sein könnte.
Ist Zirbenschnaps gesund?
Die Zirbe gehört zu den bekanntesten Symbolen der Alpen. Ihr charakteristischer Duft, das robuste Holz und die aromatischen Zapfen werden seit Jahrhunderten geschätzt. Kein Wunder also, dass sich rund um die Zirbe zahlreiche Überlieferungen entwickelt haben. Dazu gehört auch die Annahme, dass ein Glas Zirbenschnaps nicht nur gut schmeckt, sondern sogar gesund sein könnte.
Das Wichtigste in Kürze
Tatsächlich blickt der Zirbenschnaps in Österreich und anderen Alpenregionen auf eine lange Tradition als Hausmittel und Digestif zurück. Doch Tradition und wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung sind zwei verschiedene Dinge. Wer wissen möchte, ob Zirbenschnaps gesund ist, muss deshalb zwischen den Inhaltsstoffen der
Nein, Zirbenschnaps ist nicht gesund
- Zirbenschnaps bleibt eine hochprozentige Spirituose und damit ein alkoholisches Genussmittel
- Die enthaltenen Pflanzenstoffe aus den Zirbenzapfen machen den Alkohol nicht gesund
Wer Zirbenschnaps genießt, sollte ihn deshalb nicht als Heilmittel betrachten, sondern als traditionelle Spezialität.
Was die Zirbe so besonders macht
Die Zirbelkiefer, botanisch Pinus cembra, ist ein echter Hochgebirgsbaum. Sie wächst vor allem in den Alpen und kommt unter anderem in Österreich, Südtirol und der Schweiz vor. Selbst in großen Höhen nahe der natürlichen Baumgrenze kann sie noch gedeihen.
Besonders auffällig ist ihr intensiver Duft. Verantwortlich dafür sind verschiedene natürliche Pflanzenstoffe und ätherische Bestandteile. Untersuchungen von Zirbenzapfen zeigen beispielsweise hohe Anteile an Alpha-Pinen und Beta-Pinen. Im Holz der Zirbe finden sich außerdem Stilbene wie Pinosylvin und verwandte Verbindungen, denen unter Laborbedingungen unter anderem antimikrobielle Eigenschaften zugeschrieben werden.
Für Spirituosen werden vor allem die jungen Zirbenzapfen verwendet. Sie verleihen Zirbengeist und Zirbenlikör ihr unverwechselbares Aroma: harzig, würzig, leicht herb und gleichzeitig angenehm warm.
Die Zirbe in der alpinen Volksmedizin
In den Alpen ist die Zirbe weit mehr als nur ein Baum. Über Generationen hinweg wurde sie in unterschiedlichen Formen als traditionelles Hausmittel genutzt. Zirbenholz, Zapfen und ätherische Öle wurden beispielsweise mit Entspannung, besserem Schlaf und allgemeinem Wohlbefinden in Verbindung gebracht.
Bis heute finden sich deshalb Zirbenkissen, Zirbenbetten, Duftschalen und Zirbenöl in vielen Haushalten. Auch der Zirbenschnaps gehört zu dieser Tradition. Sprüche wie „Jeden Tag ein Zirberner und du wirst hundert Jahre alt“ zeigen, wie tief die Vorstellung von der wohltuenden Zirbe in der alpinen Kultur verwurzelt ist.
Welche Wirkung wird dem Zirbengeist nachgesagt
Zirbengeist werden gleich mehrere positive Eigenschaften zugeschrieben. Er soll beruhigen, nach einem üppigen Essen guttun, von innen wärmen und für allgemeines Wohlbefinden sorgen.
Ein Teil der aromatischen Bestandteile der Zirbenzapfen findet sich auch im fertigen Getränk wieder. Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch schließen, dass Zirbenschnaps dieselben Wirkungen besitzt, die einzelnen Pflanzenstoffen oder Zirbenöl zugeschrieben werden.
Genau hier liegt der entscheidende Unterschied: Die Zirbe kann interessante Pflanzenstoffe enthalten, der Zirbenschnaps bleibt trotzdem eine alkoholische Spirituose. Alkohol ist kein Arzneimittel und sollte auch nicht als solches betrachtet werden.
Einfluss auf Schlaf und Entspannung
Eine der bekanntesten Untersuchungen rund um die Zirbe stammt von JOANNEUM RESEARCH. In einer Untersuchung aus den Jahren 2002 und 2003 wurde geprüft, welchen Einfluss eine Umgebung aus Zirbenholz auf Kreislauf, Schlaf und Befinden haben kann.
Dabei zeigten sich unter anderem Unterschiede bei der Herzfrequenz und bei Parametern der nächtlichen Erholung. Die Untersuchung war allerdings klein: Bei einem Teilversuch zur Schlafqualität wurden lediglich 15 Erwachsene untersucht. Die Ergebnisse sind daher interessant, aber kein ausreichender Beleg für allgemeine gesundheitliche Heilversprechen.
Gerade bei der Frage nach der Wirkung von Zirbenschnaps auf die Gesundheit ist deshalb eine klare Abgrenzung wichtig: Untersucht wurden Zirbenholz und Zirbenbetten, nicht Zirbenschnaps.
Wer den Duft der Zirbe als entspannend empfindet, kann deshalb eher auf Zirbenholz oder entsprechende Duftprodukte zurückgreifen. Dass ein Zirbengeist aufgrund seiner Zirbenbestandteile nachweislich den Schlaf verbessert oder einen positiven Effekt auf die Gesundheit hat, ist wissenschaftlich bislang nicht belegt.
Verdauung und Wohlbefinden nach dem Essen
In vielen Alpenregionen gehört ein kleines Stamperl nach einer deftigen Mahlzeit traditionell dazu. Zirbengeist wird deshalb häufig als Digestif serviert, ähnlich wie Kräuterbitter oder Amaro in Italien.
Das Ritual kann durchaus zu einem gemütlichen Abschluss des Essens beitragen. Eine medizinisch relevante Verbesserung der Verdauung durch Zirbenschnaps ist jedoch nicht belegt.
Auch das typische Wärmegefühl nach einem Schnaps sollte richtig eingeordnet werden. Alkohol kann die Blutgefäße in der Haut erweitern. Dadurch fühlt man sich kurzfristig wärmer, tatsächlich kann der Körper dadurch jedoch sogar schneller Wärme nach außen abgeben.
Was die Wissenschaft dazu sagt
Die Zirbe ist aus wissenschaftlicher Sicht durchaus interessant. In verschiedenen Pflanzenteilen wurden zahlreiche natürliche Verbindungen nachgewiesen. Bei Pinus cembra gehören beispielsweise Alpha-Pinen, Beta-Pinen und weitere Terpene zu den Bestandteilen der ätherischen Öle. Im Zirbenholz finden sich außerdem Stilbene und verwandte Pflanzenstoffe.
Für einzelne Verbindungen wie Pinosylvin wurden im Labor antibakterielle beziehungsweise pilzhemmende Eigenschaften beobachtet. Daraus lässt sich jedoch keine entsprechende Heilwirkung beim Trinken von Zirbenschnaps ableiten.
Auch die bekannte Untersuchung von JOANNEUM RESEARCH beschäftigt sich mit einem Zirbenholzumfeld und nicht mit Spirituosen. Einen klinischen Nachweis dafür, dass Zirbenschnaps Krankheiten behandelt, den Schlaf verbessert oder andere gesundheitliche Vorteile bringt, gibt es bislang nicht.
Hinzu kommt der enthaltene Alkohol. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation gibt es keine Menge Alkohol, die als vollständig gesundheitlich risikofrei bezeichnet werden kann.
Die Antwort auf die Frage „Ist Zirbenschnaps nun gesund?“ lautet deshalb: Als gesundes Getränk oder Heilmittel sollte er nicht betrachtet werden. Seine Stärke liegt vielmehr im Geschmack, in seiner Herkunft und in der jahrhundertealten alpinen Genusskultur.
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Bewusster Genuss statt Heilversprechen
Ein guter Zirbengeist braucht kein Gesundheitsversprechen, um etwas Besonderes zu sein. Sein Wert liegt in den aromatischen Zirbenzapfen, der traditionellen Herstellung und dem außergewöhnlichen Geschmack.
Wer Zirbenschnaps bei uns online kauf und trinkt, sollte ihn daher als das genießen, was er ist: eine hochwertige Spirituose. Ein kleines Stamperl kann zu einem besonderen Essen, einem Abend mit Freunden oder einem gemütlichen Moment dazugehören.
Warum Menge und Qualität entscheidend sind
Gerade bei einer aromatischen Spirituose wie Zirbengeist geht es nicht darum, möglichst viel zu trinken. Ein kleines Stamperl von etwa 2 cl reicht vollkommen aus, um Duft und Geschmack wahrzunehmen. Diese Menge ist dabei als Genussportion und nicht als gesundheitliche Empfehlung zu verstehen.
Mindestens genauso wichtig ist die Qualität des Produkts. Hochwertiger Zirbenschnaps vom Hödl Hof zeichnet sich durch eine sorgfältige Verarbeitung und möglichst natürliche Zutaten aus. Künstliche Aromen können zwar einen ähnlichen Geschmack erzeugen, haben mit traditioneller Herstellung jedoch wenig gemeinsam.
Auch wenn sich viele fragen, ob Zirbenlikör gesund ist, gilt hier dasselbe wie beim Zirbengeist: Die Zirbe bringt zwar charakteristische Pflanzenstoffe und Aromen mit, der enthaltene Alkohol macht das Getränk jedoch nicht zu einem Gesundheitsprodukt.
Wer Wert auf Qualität legt, sollte deshalb einen Blick auf Herkunft und Herstellung werfen. Regionale Produzenten und Brennereien, die transparent erklären, wo ihre Zirbenzapfen herkommen und wie die Spirituose entsteht, bieten meist die beste Orientierung.
Am Ende ist guter Zirbengeist kein Medikament, sondern ein Stück alpine Genusskultur. Und genau darin liegt sein besonderer Reiz.